Photonostalgie



1889 meldete Mathew Stiffen das Patent für den Photoautomaten mit Münzeinwurf an - ob er sich wohl träumen ließ, dass seine Erfindung auch 119 Jahre später noch für so viel Vergnügen sorgen würde? Wenn meine Tochter mit ihren Freunden unterwegs ist, und der Tag besonders schön, die Stimmung besonders aufgekratzt ist, muss ein Erinnerungsfoto geschossen werden. Digitales zählt dann nicht. Die Handyfotos sind zwar schön und gut, aber irgendwie haben schon die Kinder des digitalen Zeitalters es im Gefühl, dass diese vergängliche und schwache Qualität für den besonderen Moment nicht den angemessenen Wert hat.
Dann wird ewig an der Frisur herumgezupft, überlegt, welche Grimassen es heute sein sollen, das Make up kontrolliert, gekichert und gekudert, in allen Taschen zwischen rosa Lipgloss und unbeschreiblichem Krimskrams nach dem nötigen Kleingeld gestöbert und dann kann es losgehen ... der große Moment im Photoautomaten, der Augenblick, der für alle Ewigkeit festgehalten wird. Mit der Freundin, ohne die man sich das Leben gar nicht vorstellen kann, die Köpfe dicht aneinander gepresst, in einträchtiger Albernheit auf A6 gebannt. In schwarz/weiß, so dass es - noch bevor es getrocknet ist - schon bei der Entstehung den Charm einer alten Erinnerung hat.
Ein eigenes kleines Album hat sie für diese speziellen Bilder angelegt. Ich finde es wunderbar, dass sie den Zauber dieser Automaten für sich entdeckt haben und schon heute beneide ich sie um diese unersetzlichen Erinnerungsbilder.

Kommentare:

  1. Ja, genau. Echte Fotos gehören auf Papier, ins Album und/oder an die Wand. Der Rest ist einfach nur digital, nix lebendiges halt. Schön wenn sich die Kiddis daran noch erfreuen können.

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  2. Wow cool. Das wird mit Sicherheit ein super-Album werden. Ich stelle mir vor wie sich die beiden das nach Jahren gemeinsam angucken. Muss toll sein. :-)

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Biiitescheeen-daaankescheeen-allesGute!