und die Taschen voller Geld

Heute habe ich es endlich geschafft. Seit Wochen lag die Einkaufstasche mit meiner kompletten Cent-Sammlung im Vorzimmer, damit ich sie endlich zur Bank trage und in den Münzzähler stopfe. "Depperter Euro" dachte ich die ganze Zeit - tonnenweise Minimünzen, die kein Mensch brauchen kann. Alles, was vor der Waschmaschine aus Hosentaschen fiel oder sich in den dunklen Ecken der Handtasche sammelte, warf ich seit Einführung des Euro in eine große Blechdose. Dann füllte ich den Schrott in die extra feste Einkaufstasche und dann konnte ich mich ewig nicht überwinden sie mitzunehmen, wenn ich morgens aus der Tür ging. Sie war so schwer!



Naja - wie gesagt - heute war es so weit. Ich konnte es mir nicht verkneifen, auf dem Weg zur Bank noch einen Schlenkerer zur Apotheke rein zu machen, um die Tasche da abwiegen zu lassen. Auf die skeptischen Blicke war ich gefasst, das hat mich nicht weiter erschüttert. Im Gegensatz zum Ergebnis: knapp über sechs Kilo! 30 Cent hat das Wiegen gekostet. Auch nicht schlimm. Ich hatte ja eine ganze Tasche voll von dem Kram.
Dann bin ich zur Bank. Der Münzzähler war zum Glück in Betrieb. Wäre wieder dieser "Ausser Betrieb"-Zettel drangeklebt, ich glaube, ich hätte die schwere Tasche in den nächsten Mülleimer gestopft, um sie nicht wieder nach Hause schleppen zu müssen.
Ich war gefasst auf einen Betrag, den ich mit einem Seufzer akzeptiert hätte. Hauptsache, es wäre endlich erledigt. Und dann schüttete ich minutenlang Münzen in den Automaten. Die Digitalanzeige flimmerte lustig vor sich hin und nach kurzer Zeit war der Betrag, den ich geschätzt hatte, überschritten. Verdoppelt, verdreifacht, vervierfacht. Ich war fertig mit Schütten, aber die Anzeige kam einfach nicht zum Stillstand. Verfünffacht. Ich fühlte mich plötzlich wie in Las Vegas - wären bunte Lichter angegangen, hätte der Automat einen Tusch gespielt und wäre der Filialleiter mit einem Blumenstrauß herangeschossen gekommen - es hätte mich nicht gewundert! Versechsfacht. Die Blicke der Leute, die am Bargeldautomaten anstanden wurden ungläubig. Versiebenfacht! Eine 5-Schilling-Münze, 10 Groschen und eine Einkaufswagerl-Münze klingelten noch ins Retourfach und dann war Ruhe.
Der Automat spuckte feierlich den Bon aus, mit dem ich zum Kassenschalter ging, wo ich mir den Betrag strahlend auf mein Konto buchen ließ. Der Mensch am Schalter schaute genau so mürrisch aus dem Krawattenknoten wie sonst auch immer. Keine Spur von Blumenstrauß. Egal. Kann mir jetzt ja selber einen kaufen!

Kommentare:

  1. Dann müssen Deine Hosentaschen noch voller sein als meine. :-)
    Ich hatte neulich irgendwas von 65,irgendwas und hab mich da auch schon wie Bolle drüber gefreut.
    Taschen, ob in der Hose, im Mantel, in der Jacke oder in der Hand sind wunderbare Spardosen. ;-)
    Und wenn ich jetzt die Frühjahrsjacke wieder aus dem Schrank hole, was daaa noch alles in den Taschen liegt. Allerdings nicht nur Cent, leider. Meist undefinierbar, was da zutage kommt.
    Die Centstücke wandern dann jedenfalls mit noch mehr Feuereifer gleich wieder ins Marmeladenglas.

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  2. In meinen Jackentaschen finde ich am Saisonbeginn meistens nur Papierdln von Süßigkeiten, die gegessen zu haben ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, die aber verdammt nach den Naschvorlieben meiner Tochter aussehen.

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  3. Meiner Tochter kann ich das leider nicht in die Schuhe schieben. Wir haben auch unterschiedliche Größen, die geht mit meinen Sachen gar nicht los. :-)

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Biiitescheeen-daaankescheeen-allesGute!