Geschicklichkeitsparcours

Abgesehen davon, dass der neue Straßenbelag in der Wiener Innenstadt optisch und qualitativ eine Zumutung ist*, wird gerade an allen Kanten entlang ein Blindenleitsystem in die Oberfläche gefräst. Ob das nötig ist, kann ich nicht beurteilen. Zum Glück bin ich mit Augenlicht gesegnet und wenn dieses System auch nur einem einzigen nicht sehenden Mitbürger das Leben erleichtert, hat es auf jeden Fall seine Berechtigung. Aber. Zwei Fragen hätte ich dazu: Muss das wirklich so tief gefräst werden, dass es zu den mies verlegten Platten eine weitere Stolperfalle darstellt? Vor allem, wo diese Rillen natürlich knapp an den Schaufensterfronten entlang laufen. Früher konnte man da entlangflanieren und sich die Schaufenster ansehen ... heute muss man nur noch schauen, wo man hintritt. Der Blick ins Schaufenster wird zur Gefahr für Schuh und Knöchel. Und: Wie kann es ein nicht näher genannter Glassteinchenhersteller angestellt haben, dass eine Abzweigung direkt in seinen Laden rein gefräst wurde? Ja! Ich schwöre! Habe auch bei der Apotheke nachgesehen, da gibt es keine Abzweigung.
Hier: guckst du selber!


Und dann beschäftigt mich noch was. Vielleicht gibt es ja jemanden, der was davon versteht und mir sagen kann, ob es da tatsächlich Unterschiede gibt, oder ob ich einfach nur zufällig immer genau dann, wenn ich diese neu verlegten Platten betrete, hoffnungslos übermüdet bin:
Wenn ich da entlang gehe, habe ich immer das Gefühl, ich klebe fest. Ich weiß schon, zur Zeit ist da noch eine Baustelle an der anderen, der Fluss der Passanten stockt dadurch immer wieder, es ist anstrengend voran zu kommen, aber ich finde, es gibt bei Böden Unterschiede in der ... wie soll ich es nennen ... Gehfreundlichkeit?
Es gibt Straßenbeläge, auf denen schlendert es sich wunderbar. Da legt man längere Strecken zurück und man kommt richtig voran, man fühlt sich wohl und hat Spaß daran, beim Shoppen zwischen den Straßenseiten hin- und her zu pendeln, man gleitet fast, es ist ein Genuss. Hier hingegen habe ich immer das Gefühl, ich habe Bleifüße, es geht leicht bergauf, jeder Schritt macht Mühe. Gibt es so was? Hat das von euch schon mal jemand festgestellt, mit der unterschiedlichen Gehfreundlichkeit von Straßenbelag**?

*Sieht nach wenigen Wochen schon völlig versaut aus; in den Rillen bleiben die Absätze hängen; wo das Füllmaterial in den Rillen fehlt, klaffen ca. 10 cm tiefe Spalten, wo von Münze über Ohrring bis Schlüssel alles verschwindet; Höhenunterschiede zwischen den Platten, dass Stolpern auf der Tagesordnung steht ...

** Mir fällt gerade erst am Foto auf, dass die länglichen Steine quer zur Gehrichtung verlegt sind. Vielleicht ist auch das einer der Gründe, warum man das Gefühl hat nicht weiter zu kommen. Längsstreifen würden das Ganze sicher flüssiger machen.

Kommentare:

  1. ja, das ist tatsache. nicht jeder belag geht sich gleich gut.

    das erste mal richtig bewußt wurde mir das auf teneriffa. die strandpromenade an der costa adeje ist an sich schon recht schön zum gehen. aber plötzlich wechselt der belag - und du glaubst, du bist in einer anderen welt. das gehen fällt plötzlich viel leichter, der belag strahlt eine sagenhafte wärme und eine gewisse "weichheit" aus, sagenhaft. habe dann festgestellt, dass dieses stückchen promenade zum luxushotel bahia del duque gehört. leider hab ich nie rausgefunden, aus welchem material dieser belag ist. aber der wird mir wohl ewig in erinnerung bleiben.

    mir fallen schon öfter mal unterschiede im straßenbelag auf, aber so krass wie auf teneriffa hab ich das nirgendwo gefunden.

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  2. Mensch, bin ich froh! Danke - ich dachte, es ist schon wieder so eine Meise von mir!

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  3. blogg-hittn-wirtin20. Oktober 2009 um 19:11

    Nachtrag:
    Heute betrete ich eine der ganz großen Platten am Stephansplatz und ich glaube, ich träume: Das Ding von locker 3 qm und ich weiß nicht wie vielen 100 Kilos kippelt!!!

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Biiitescheeen-daaankescheeen-allesGute!