Don't step on the momeraths!

Dass man von seinen Mitmenschen argwöhnisch bis misstrauisch beäugt wird, wenn man in aller Öffentlichkeit Dinge fotografiert, deren Fotografierenswürdigkeit sich nicht auf den ersten Blick erschließt, weil das Objekt der Begierde in keinem Reiseführer steht, daran gewöhnt man sich.
Nein.
Man gewöhnt sich nicht daran, man lernt nur, damit umzugehen.

Und während ich also mit Handtasche, Jacke über dem Arm, Einkaufstasche und Kamera im Anschlag quer über die halbe Treppe hänge und schlechten Gewissens den Fußgängerstrom Richtung U-Bahn ein bisschen umleite, um diese kleine (Spannweite ca. 12 cm) Schönheit in Knöchelhöhe abzulichten, kommt ein Ghettobabe-Dreiertrupp (Haare ohne Ende, Wimpern ohne Ende, Make Up ohne Ende, Heels ohne Ende) heran.
Eine davon ist ein kleines bisschen mehr neugierig als herablassend und macht sich im Vorbeigehen die Mühe, die Stelle vor meinem Objektiv ganz schnell und so genau abzusuchen, dass sie den Schmetterling sogar entdeckt.
Hey, boah! Schauts aich des aa, dea is vull schään!
Die anderen Mädels stutzen und kommen - skeptische Seitenblicke wechselnd - zurück.
Die Eine kann ihn nicht finden, die Andere kreischt entsetzt los.
Wäää! Vull grindig, vull des grausige Drecksviech! und versucht, zwischen ihren Freundinnen hindurch mit ihren lila Raulederpumps nach dem wunderschönen Pappelschwärmer zu treten. Die U-Bahn fährt in die Station ein, die Mädels schieben die angeekelte Dritte eilig weiter und ich hoffe, sie schieben auch ein bisschen für den Schmetterling.

Erschreckend, was sich hinter diesen kunstvoll aufgemalten Puppengesichtern verbirgt. Man muss schon dankbar sein, wenn diese Wesen einfach nur hohl sind.

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Biiitescheeen-daaankescheeen-allesGute!