Auf Feuerrädern in den Schacht?

Wie heißt es so schön:
In jedem öffentlichen Verkehrsmittel sitzt ein Verrückter und wenn du dich umschaust und keinen entdecken kannst, dann bist du es wohl selbst. Und wenn hysterisches Aussteigen unter Verrücktheit fällt, dann stehe ich nur zu gerne dazu, dass ich einen Dachschaden habe.

Heute Früh, zum Beispiel.
Nach der ersten Station roch es nach heißem Metall. Wie bei Schweißarbeiten oder nach einer Notbremsung. Nach der zweiten Station verstärkte sich der Geruch. Gedacht: Ok ... haben wir uns also der Geruchsquelle genähert. Nach der nächsten Station wurde der Geruch allerdings noch intensiver und eine weitere Station später mischte sich definitiv Brandgeruch dazu.

Die U-Bahn gesteckt voll. Die einzige Reaktion außer meinem unsteten Blick und meinem Schnüffeln mit geblähten Nüstern: Vereinzelt empörtes Gemecker über den Gestank.

Beim Einfahren in die Station beobachtet, wie neue Fahrgäste am Bahnsteig auf das Öffnen der Türen warten und sich dabei die Nase zuhalten.


Nö, also echt.
Wenn ich warte bis der Herdentrieb einsetzt oder ein Zuständiger was unternimmt, bin ich vielleicht schon gegrillt und husche aus dem Zug. Rauf zur Stationsaufsicht. Erleichtert stelle ich fest, dass ich nicht die Erste und nicht die Einzige bin, die das Ganze als brenzlig empfindet. Eine Ökotante in Schlabberhose und Quadratlatschen mit einseitigem Undercut macht bereits den ratlos schauenden Diensthabenden zur Schnecke: "Das stinkt da unten! Wer weiß, was das für Dämpfe sind - so wie das stinkt, ist das sicher total giftig! Das ist doch eine Frechheit, dagegen müssen Sie was machen!"
Okeeee, denke ich - besser als nix - unterbreche kurz, melde zunehmenden Schweiß-(haha)/Brandgeruch seit Station X und verdrücke mich.

Drei Stationen zu Fuß gegangen und dann den ersten Zug nach Aufhebung der Evakuierung genommen. Lieber in der Arbeit 45 Minuten nachsitzen, als mit dem U-Bahn-Sitz und 400 weiteren Fahrgästen verschmelzen (da ist man bei den aktuellen Temperaturen ohnehin dauernd nahe dran).

Schreckt die Vorstellung, mit der U-Bahn in einen brennenden Schacht / mit einer brennenden U-Bahn in einen Schacht zu fahren wirklich keinen ab? Ich verstehe es nicht und oute mich lieber als hysterische Aussteigerin. Also, aus der qualmenden U-Bahn jetzt.

Kommentare:

  1. Lieber "hysterisch" als tot.
    Ging mir 99 fast so, mit dem Tauerntunnel. Wir hatten nur das Glück, eine halbe Stunde verpennt zu haben. Sonst gäb's den LM und seine Brüder vielleicht nicht mehr, von uns Anhang gar nicht zu reden...

    AntwortenLöschen
  2. Siehste! Es gibt doch nichts gesünderes als ausreichend Schlaf und eine angebrachte Portion Hysterie!

    AntwortenLöschen
  3. Ich laufe da auch lieber früher als später davon, besonders in U-Bahn-Schächten, wo ich mich sowieso schon unwohl fühle.

    Neulich hat es bei uns im Haus im Erdgeschoß gebrannt, mit g'scheiter Rauchentwicklung. Ich bin gleich auf die Straße raus, und was machen die Nachbarn? Bleiben seelenruhig in ihren Wohnungen und schauen zum Fenster raus ...

    AntwortenLöschen

Biiitescheeen-daaankescheeen-allesGute!