Kartoffeln, Kampfjets und Kalifornien

Ich dachte immer - und habe es auch immer so gehalten -, dass man Kartoffeln in Salzwasser kocht. Wurde heute an dieser Fußgängerampel mit der langen Rotphase von einem geschiedenen alten Perser mit Tochter in Paris, der 18 Jahre lang Kampfpilot war, skype auf jedem - und wenn er sagt "jedem", dann meint er auch "jedem" - Computer einrichten kann und der jetzt den Bau des neuen Gerichtsgebäudes beaufsichtigt, eines Besseren belehrt. Nein, man kocht Kartoffeln nicht in Salzwasser, oh nein! Kartoffeln kocht man in (wichtig -> ) billigem (!) Weißwein mit Zimt und Zucker! Und so, wie seine Augen beim Ausplaudern dieses Küchengeheimnisses funkelten, muss ich das unbedingt versuchen. Fürchte nur, die Wohnung wird dann stinken wie der Christkindlmarkt.
Als er mir noch anvertrauen wollte wie man Kraut richtig zubereitet - nämlich unbedingt mit Amaretto - sprang die Ampel doch noch auf Grün um. Dass er so lange in allen Hosen- und Jackentaschen nach einer Visitenkarte für mich suchte, dass ich seine Einkaufstasche (gefüllt mit billigem Weißwein, Amaretto, Kartoffeln und Fischkonserven, zu denen er mir übrigens keine Geheimrezepte mitteilte) aushilfsweise faktisch bis vor seine Haustür schleppte, nahm ich in Erwartung weiterer Tipps gerne in Kauf. Immerhin war das kleine, alte Männchen erst wenige Stunden zuvor aus Kalifornien zurückgekommen, wo er zwei Wochen bei seiner anderen Tochter und seiner Nichte zu Besuch gewesen war und litt unter fürchterlichem Jetleg, aber das ist eine andere Geschichte ...

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