flashback auf Asclepias syriaca

Und plötzlich, mitten unterm Sonntagsspaziergang, stehe ich einer längst verschutt gegangenen Kindheitserinnerung gegenüber.

Die Oma in der Kittelschürze, drüber die graue Strickjacke. Dames rauchend. Am Tisch der Karussellaschenbecher mit dem Autoreifen um den Bauch.

Daneben das Wasserglas mit den Fabelwesen aus dem Garten. "Müss ma nur a bisserl warten. Dann werdn des richtige Vogerln mit echte Federn hinten dran."
Was habe ich diese wundersamen Wesen bestaunt. Rätselhaft und faszinierend wie die Urzeitkrebse aus dem Y. Große Erwartungen, die Gewissheit, dass ein Wunder passieren wird.

Und heute am Spaziergang fragt das Fräulein C ungläubig "Du Mama ... wächst bei uns eigentlich Baumwolle?" Und grade denke ich noch, meine Güte, was denkt sich das Kind denn jetzt schon wieder aus und dann komme ich näher und höre mich quieken, dass das ja Vogerln sind! Mein Gott, Vogerln! Und die Fassungslosigkeit switcht aus meinen Gedanken in ihr Gesicht. "Die Vogerln von meiner Oma! Mein Gott, das sind Vogerln!" und es dauert ein bisserl, bis ich dem Kind erklären kann, wovon ich da eigentlich rede. Und dann stopfe ich mir alle Taschen voll. Die Handtasche mit den grünen Vogerln fürs Wasserglas und die Jackentaschen mit den braunen für den Postversand. Unbedingt müssen meine Schwestern und Cousinen - alle, die wir damals das Wasserglas mit den durstigen Vogerln bestaunt haben - welche abbekommen.


Mein Gott, damals. Als die Oma noch war und Dames geraucht und Schultertücher gestrickt und den >Vogerln< Wasser gegeben hat.

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