Likörchen, die Damen?

Heute an der Busstation:
Drei alte Damen; wie es aussieht, Freundinnen; eine hager und in der Anmutung etwas vertrocknet aber fit, die anderen beiden pummelig bis korpulent, beide schwer auf Krücken gestützt und nicht (mehr) gut zu Fuß.
Krücke 1: "(kichernd) ..., na hea auf heast!"

Krücke 2: "Und schtö da vua, ... die schteckn uns duat ... in a ... SCHTOUCKBETT ... (prustet)"
Krücke 1: "(halb erstickt) Du obm und i untn!"
Die Krücken können sich vor Lachen kaum auf den Beinen halten, die Hagere schüttelt missbilligend den Kopf und hält nach dem Bus Ausschau.
Krücke 2: "(nach kurzer Pause, geradezu johlend) Des schau i ma aaaan!"
Die Krücken schwanken bedenklich auf ihren jeweils vier Standbeinen. Hätten sie die Hände frei, würden sie sich auf die Schenkel hauen. Die Hagere wirft ihren Freundinnen böse Blicke zu und entfernt sich kopfschüttelnd einen guten Meter von den beiden vergnügt gackernden Seniorinnen. Die Beiden registrieren, dass ihre humorlose Freundin sich mit ihnen geniert und es gibt faktisch kein Halten mehr. Ich muss mich mit aller Gewalt beherrschen um weiterhin nur zu grinsen und nicht laut heraus zu lachen.

Als der Bus da ist und die beiden Krücken sich entscheiden, bei einer anderen Tür einzusteigen als ihre strenge Gouvernante, ernten sie erneut ein indigniertes Kopfschütteln mit tiefer Stirnfalte, was wiederum zu mittlerweile tränenreichen Heiterkeitsausbrüchen führt. Über das Thema Inkontinenz denken wir an dieser Stelle nicht nach - der Spaß wäre ein nasses Fleckerl echt wert gewesen.
Nachdem sich die Drei mühsam auf ihre Sitzplätze sortiert haben und zwei von ihnen sich mit den endlich freien Händen die Tränen aus dem Gesicht wischen, beginnt das eine oder andere Speckröllchen immer wieder wegen heiserer Lachanfälle zu hüpfen. Nach einiger Zeit haben sich alle beruhigt, die Hagere scheint abgewartet zu haben, bis ihre Freundinnen wieder zur Vernunft gekommen sind und teilt in beleidigtem Ton mit, dass sie nicht in den vorgeschlagenen Eissalon gehen möchte sondern in den anderen, der nur zwei Busstationen später kommt. Dort wäre es nämlich wesentlich ruhiger und luftiger. Einige Sekunden lang starren die beiden Kichererbsen sie an, ohne ein Wort zu sagen oder auch nur eine Mine zu verziehen. Und dann brechen sie wieder in heilloses Gelächter aus.
Leider musste ich dann schon aussteigen. Schade. Die waren einfach umwerfend!

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